Schnellverfahren
Da ist also gestern Nachmittag Ministerpräsident Althaus in einem Schnellverfahren zu einer Geldstrafe und Schadensersatz verurteilt worden (über die nur 5000 Euro kann man sich jetzt aufregen, aber Versicherungen dürften sicher auch was hergeben) und heute regen sich alle drüber auf dass das so schnell ging. Wieso denn? Wollte etwa irgendwer einen monatelangen Prozess bei dem der Angeklagte photogen mit Jacket über den Kopf gezogen aus dem Gericht zur Limousine eilt? Ein Prozess bei dem die Medien genug Zeit haben auch jede noch so obskure Aussage von wer-weiß-ich zu verbreiten während man auf ein Ende des Prozesses wartet?
Der Angeklagte kann sich an den Unfall nicht mehr erinnern aber er glaubt den Gutachtern (anstelle eines Gegengutachten) dass er schuld ist und bekennt sich zu deren Urteil wonach er schuld ist: Was gibt’s da noch groß zu verhandeln?
Haider ist tot
Das is so eine Nachricht, die man erst glaubt wenn man sie bei drei Agenturen gelesen hat, aber wirklich war. Polemik muss jetzt nicht sein, erst recht kein Kondolenzbuch für Schmierereien und dummes Geschwätz beider Seiten, denn ein wenig Pietät muss man schon zeigen.
Das war schon genug Pietät, auf zu den nächsten Tagesordnungspunkten: Wie lang wird wohl das BZÖ brauchen um sich selbst abzuwickeln? Bis zur konstituierende Sitzung am 28. Oktober sollte das wohl möglich sein. Im Frühjahr ist ja in Kärnten auch wieder Wahl angesagt, aber wen interessiert das schon noch? Die Ortstafeln? Tja, die werden jetzt wohl allesamt zweisprachig. Gut so. Und H.H. Strache? Tja, der wird jetzt wohl ganz durchdrehen, armes Österreich.
apropos Feminismus
Finja stört sich am “Mädchen” das Alice Schwarzer in ihrer Börne-Preis Rede geprägt hat und auch Barbara Gärtner in der SZ aufgegriffen hat. Man darf sich aber nicht allzusehr an diesem Wort stören, Schwarzer will zwar eine gewisse Unreife unterstellen aber auch ganz scharf abgrenzen gegen eine Haltung die ihr zuwider ist. Es ist nunmal ein anderer Feminismus als der den Schwarzer vertritt, auch wenn sie sich in ihrer Rede dagegen gewehrt hat irgendwen zu vertreten.
Einen etwaigen Grabenkampf zwischen alt und jung halt ich für völlig überflüssig, es gibt ja leider noch genug Patriachat für alle wie Oestreich in der taz geschrieben hat. Der neue Feminismus ist Männern gegenüber viel offener, etwas was mich an Schwarzer schon immer gestört hat.
Weblinks
- Börne-Preis Rede von Alice Schwarzer
- Warum wir gegen Buchhalter-Feminismus sind eine Antwort auf Schwarzer von Jana Hensel und Elisabeth Raether
- Die Work-Wife-Balance eine Antwort auf Hensel und Raether von Barbara Gärtner
- Für eine lebendige feministische Debatte von Meredith Haaf, Susanne Klingner und Barbara Streidl
- Von Frau zu Frau eine Zusammenfassung von Heide Oestreich
Jerusalem
Da geht er der Stoiber
Diktatoren und Kabeljau
Die taz verabschiedet sich heute vom Kabeljau der mal wieder unter den zu hohen Fangquoten leiden muss und wohl nicht mehr lange in der Nordsee schwimmen wird. Einer der gar nicht mehr schwimmt, erst recht nicht im Öl ist der Turkmenbashi, Herrscher über alle Turkmenen.
Langsam werden die Dikatoren dieser Welt immer weniger, Saddam Hussein, Pinochet und bei Castro ist der CIA mal wieder gescheitert (auch wenn's offiziell eine Krankheit war). Wessen Schweizer (und Deutsche Bank) Konten werden wohl als nächstes aufgelöst? Gadaffi? Kim Jong Ill? G.W. Bush? Dieter Bohlen? Mein favourite dieses Jahr wäre eigentlich H.H. Strache gewesen, aber dessen Trend und Chart ist dermaßen am Boden dass er wohl eh schon nichts wichtiges mehr tut.
Siehe auch der Cartoon von W.R. Marunde: wolf-ruediger-marunde.de/...
Ich bin keine Pensionsvorsorge
Die Wiener Städtische wirbt derzeit mit diesem Slogan auf Plakaten und mich wundert's dass es in der Blogsphere (jetzt mal abgesehen im Forum des Standard) noch nirgends diskutiert wird. Das Thema hat aber auch kaum Potential zum Aufreger.
Ich muss vorweg sagen dass ich sehr kinderfreundlich bin und auch tolerant genug wenn sich jemand ganz klar gegen Kinder ausspricht. Aber negieren zu wollen dass Kindern sehr wohl eine Altersvorsorge sind, geht mir doch zu weit. Die Gesellschaft scheint sich im Punkt Familie zu radikalisieren. Die eine Seite will die alten Famlienschemata aufbrechen und stellt das Individuum in den Mittelpunkt während die andere Seite so weit gehen will dass Kinder für den Unterhalt ihrer gebrechlichen Eltern den eigenen Besitz herzugeben. Diese Angst will wohl die Wiener Städtische mit ihrer Werbung ansprechen, wahrscheinlich auch noch bei einer Klientel die sowieso keinen Grund zur Angst hätte.
Front Deutscher Äpfel
- Keine Überfremdung des deutschen Obstbestandes mehr! In der Vergangenheit wurden rein deutsche Obstsorten wieder und wieder durch das Aufpropfen fremder Arten verunreinigt. Schluss damit!
- Südfrüchte raus! Es kann nicht angehen, dass deutsche Kinder mit Bananen und Apfelsinen aufwachsen und den Nährwert eines guten deutschen Apfels oder einer reinen saftigen Birne nicht mehr zu schätzen wissen. Deshalb: Grenzen dicht für Fremdobst!
- Weg mit faulem Fallobst! Unter unseren deutschen Bäumen lungert immer mehr faules Fallobst herum. Egal, ob es ehedem an deutschen Bäumen hing, muss es endlich einer der Volksgemeinschaft nützlichen Verwendung zugeführt werden. Macht Fallobst zu Mus!