singledasein

eigentlich kommt's nie vor dass ich was aus meinem green-book auch hier reinschreib, ich mach mal eine Ausnahme und zitiere einen Text den ich geschrieben hab nachdem ich in der letzten nacht vom Kowifest nach Hause kam (dürfte um drei gewesen sein). Ich hasse und liebe es. Du kannst dich drei- viermal am Tag verlieben, dutzendfach wenn du nur die Augen aufmachst. Du kannst alles erleben was sonst Monate dauert. Es ist nur ein Moment, eine Minute wenn du kurz stehen bleibst um den Augenblick zu genießen, in der du dich verliebst und dir einen Moment, eine Minute später das Herz wieder gebrochen wird. Wenn du Glück hast, und das Schicksal es besonders grausam mit dir meint verliebst du dich unsterblich in sie. Denkst in diesem Moment, in dieser Minute an nichts anderes als an sie, du kannst dir keine andere mehr vorstellen, siehst nur noch sie. Wie grausam ist es wenn sie dann mit ihren zarten Händen die grad noch vor dem Eingang – wo sie dir gegenüberstand und ein paar Worte mit dir wechselte – einen Becher Gratis-Glühwein hielten und sich kurz drauf auf dem Dancefloor engelhaft, wunderbar durch die musikgetränkte Luft bewegten, vielleicht sogar auf der Suche nach deinen Händen sicher aber ihren schlanken, ich wette makellosen Körper in der Luft nachzeichnen, ein Körper zu zart um ihn zu berühren, du weißt es nicht, wie grausam ist es wenn sie dann wenn sie nur eine Stunde nachdem du sie das erste Mal gesehen hast die Hände eines anderen hältst, wie grausam ist es wenn sich ihre Haar, glatt eine leichte rötliche Färbung kaum länger als deine und nicht lang genug um ihre schönen Schulter zu berühren oder gar das orangene schulterfreie Top das sie anhat, wie grausam ist es wenn sie sich mit den Haaren eines anderen im wilden Kuss vermengen. Vielleicht hast du Glück und sie denkt „verdammt ich will den anderen Typen, den vom Glühweinstand“ und du bist das nächste Mal nicht wieder so ein Zauderer. Vielleicht…

even the good things end early, sometimes

So, das war wohl leider doch nichts. Schade. Aber die Unterschiede sind groß, da hat sie recht. Was lern ich draus? Erstens raus aus Berchtesgaden, ich hab in den zwei Jahren die ich jetzt in Salzburg studiere kaum was von Studentenleben mitgekriegt. Und zweites? Mehr Zeit lassen und nicht drängeln, und sei die Versuchung noch so wunderschön. Und das war die drei-vier Wochen mit ihr: wunderschön. Hab sie heut Mittag vom Bus aus gesehen als sie in Richtung Staatsbrücke ging... Ich bin bin ja mit dem Gedanken an einen Umzug nach Salzburg schon seit einer Woche schwanger, und jetzt ernsthaft am Überlegen ob nicht eine WG das Beste und vorallem Billigste für mich wäre. Ist leichter zu finden als ein Platz in einem der Wohnheime und vorallem vereinsamt man dann auch nicht so weil man ja immer jemanden trifft wenn man einen Fuß vor's Zimmer setzt. Aber als ich das Jahr in Rosenheim war da hatte ich zwar mein kleines Einzimmer-Appartment, aber vereinsamt bin ich ganz und gar nicht. Mein Gott war das cool nur fünf Minuten von der FH zu wohnen und trotzdem zu spät zu kommen weil ich abends im Cafe Sinnlos mal wieder versumpft bin. Noch etwas was nicht mehr ist: Meine langen Haare fielen am Freitag der Schere zum Opfer, ungewohnt. Ausserdem hab ich zum ersten und letzten Mal meine Schwalbe in Salzburg über's Wochenende stehen lassen. Den Fehler werd ich nie wieder machen, Blinkergeber fehlt und auch sonst sah sie vorher ein klein wenig besser aus.

Broken Flowers

Gestern waren wir in Jim Jarmusch' neuen Film Broken Flowers. Wir? Ja, wir. Aber erstmal was über den tollen Film, das beste zum Schluss. Ich mag ja Bill Murray's Filme der letzten Jahre, vorallem Lost in Translation ist wunderbar und wenn man die Details auslässt möchte man meinen dass er seine Rolle kaum ändern musst. In Broken Flowers ist Murry oft fast schon apathisch dass das Gefühl der Verwandschaft mit LiT wirklich stark wird, sei es am Morgen beim oft lustigen Aufwachen oder der Unwille überhaupt auf die Suche nach der Mutter seines Sohnes zu gehen. Dafür dass Jarmusch das Drehbuch angeblich nur in zwei Wochen geschrieben hat, ist es voller Details, die Basektball-Körbe die er bei jeder der vier völlig unterschiedlichen Frauen findet, Lolita die nicht kapiert dass sie dieses Lolita-Klischee perfekt erfüllt wenn sie (halb-) nackt durch's Haus läuft. Das öde Haus der Immobilien-Maklerin, der Weg dorthin durch das Straßenwirrwarr dieser Neubausiedlungen und im Haus ein Blumenbild, darunter Blumen und der absolute Lacher natürlich das Gemälde vom Haus selbst. Die Sekretärin der Tierkommuniktatorin die wohl extreme Feministin sein muss aber dennoch mit Minirock rumläuft und ihm die vergessenen Blumen wohl am liebsten nachwerfen würde. Nicht zu vergessen Sun Green die wirklich die einzige Frau im ganzen Film ist die ihm wirklich positiv entgegen kommt. Um was geht's in dem Film? Seine Unfähigkeit eine klare, direkte Frage nach seinem Sohn zu stellen. Sogar gegenüber denen er, wenn auch nur für einen kurzen Augenblick, glaubt sie wären auf der Suche nach ihm.

all gone black

Hat sich eigentlich schon jemand gewundert warum die Seite so schwarz ist? Nein? Interessiert auch nicht? Macht nix, ich erzähl's trotzdem: Sandra hat nach knapp anderthalb Jahren mit mir Schluss gemacht. Ist jetzt schon anderthalb Wochen her und so langsam komm ich auch drüber weg. Ich bin ja doch eher der Typ Mensch der über Verluste aller Art schnell hinwegkommt, egal ob Freundin, Vater, die alte Generation oder die zwei Miezekatzen die wir vor anderhalb Monaten bekommen haben und dann abgehauen sind nachdem wir nochmal zwei Katzen bekommen haben. Anyways, time for tremendous plans. Ähm, ja, irgendeinen Plan werd ich schon machen, oder so.