apropos Feminismus

Finja stört sich am “Mädchen” das Alice Schwarzer in ihrer Börne-Preis Rede geprägt hat und auch Barbara Gärtner in der SZ aufgegriffen hat. Man darf sich aber nicht allzusehr an diesem Wort stören, Schwarzer will zwar eine gewisse Unreife unterstellen aber auch ganz scharf abgrenzen gegen eine Haltung die ihr zuwider ist. Es ist nunmal ein anderer Feminismus als der den Schwarzer vertritt, auch wenn sie sich in ihrer Rede dagegen gewehrt hat irgendwen zu vertreten.

Einen etwaigen Grabenkampf zwischen alt und jung halt ich für völlig überflüssig, es gibt ja leider noch genug Patriachat für alle wie Oestreich in der taz geschrieben hat. Der neue Feminismus ist Männern gegenüber viel offener, etwas was mich an Schwarzer schon immer gestört hat.

Weblinks

Titanic auf Erfolgskurs

Aktuell ist die Titanic ja extrem präsent in den nicht-satirischen Medien und ich gönne ihr den Erfolg. Ich würde meinem Lieblings-Magazin (gleich nach der SPEX, Bonsai und ein paar anderen) auch einen ordentlichen Prozess in der Causa gönnen. Was auffällt, die Sun und auch andere die in UK darüber berichten, unterlassen ganz gern den Hinweis dass es ein Satire-Magazin ist. Und auch Hinweise auf andere Erfolge des Magazins (nicht nur die Sache mit der Fußball-WM 2006) werden unterschlagen, dabei wäre das doch im Sinne einer umfassenden Medienberichterstattung von großer Bedeutung damit sich die Leser in England einen Einblick verschaffen können was für ein Magazin die Titanic ist. Hätte der Spiegel statt der üblichen Hitler oder Pferde Reportage die Maddie-Satire gebracht dann dürften die Engländer sehr gern sauer werden aber bei der Titanic, ne da nicht.

Zeit für bessere Abmahnungen?

Derzeit werden ja mal wieder die Abmahnsauen durch Kleinbloggerdorf getrieben. Zum einen mal wieder der Elektro-Discounter der keinen Spass versteht und zum anderen Marions Kochbuch die den Bilderklau unterbinden will. Die Blogsphere scheint sich nicht ganz einig zu sein im Falle des Bilderklau, zwar weiß zwar jeder dass man sowas nicht macht, aber den Streitwert von € 6.000 (bzw. € 500 Anwaltskosten) halten die meisten für zu hoch. Sicher, eine Semmel (aka Brötchen) zu fotografieren ist keine Kunst, aber das Motiv ist freigestellt und gehört zu den besseren 5% die man im Netz finden kann. Für die Polemik die manche Blogger an den Tag legen habe ich kein Verständnis, ich finde es auch übertrieben dass finger.zeig.net gleich in den Ruhestand geht. Sowieso soll der Streitwert ja ein gewisses Niveau haben um abschreckend zu wirken damit der Abgemahnte es nicht wieder tut. Trotzdem, es scheint etwas falsch zu sein an der Abmahnung, ansonsten würde man im Justizministerium nicht über eine Beschränkung der Abmahnkosten nachdenken. Aber unter uns, viel ändern wird das nicht und es wird sich schon eine Gesetzeslücke finden. Was könnte man also tun damit beide Seiten zufrieden gestellt werden können? Abgemahnungen müssen offenbar sein, zumindest wenn man auf Marions Kochbuch liest dass es mit einem Konkurrenten offenbar ein massives Problem gab und der generelle Aufwand dafür Marion schon längst überfordert. Wenn man die Abmahnfälle wie in Marions Fall einem Anwalt übergibt steigen die Kosten für den Abgemahnten schnell unnötig in die Höhe, die meisten Abgemahnten würden auf eine kurze E-Mail schon reagieren und würden wohl sicher auch die geringen Kosten (sagen wir mal € 10) für diese Art der Abmahnung tragen. Wer nicht reagiert erhält einen Brief (Kosten steigen langsam auf € 10) und die handvoll Sturköpfe die immer noch nicht reagieren erhalten dann halt Post vom Anwalt. Nur mal ein Vergleich, die Ordnungshüter haben auch die Möglichkeit bei kleineren Vergehen nur zu belehren statt gleich mit der Keule auszuholen. Langsam sollte klar werden worauf ich hinaus will: Es muss eine Abmahn-Agentur her (ja, lieber gleich einen offensiven Namen) der man als als Rechteinhaber eine Vollmacht überträgt und die einem die Abmahnarbeit abnehmen. Das ganze aber bitte nicht nach den Sätzen der Rechtsanwälte sondern so moderat wie oben erwähnt. Ich würd meinen auch bei nur € 10 pro erfolgreicher Abmahnung sollte es möglich sein dass diese Agentur gut über die Runden kommt ohne dass sie gleich als Abzocke verschrien wird. Noch ein rechtlicher Crash-Kurs: Abmahnen darf (im Prinzip) jeder jeden, dafür braucht man keinen Anwalt. Die Vollmacht für eine Abmahnung sollte sich entsprechend auch jedem Nicht-Anwalt übertragen lassen. Die Kosten einer berechtigten Abmahnung muss der Abgemahnte tragen. Abmahnungen müssen auch nicht schriftlich sein um wirksam zu sein, also auch ein freundlicher Hinweis per Mail ist eigentlich schon eine Abmahnung.

nochmal ganz kurz

  • Urheber beauftragen die Agentur ihre Rechte zu verteidigen
  • Agentur schreibt Urheberrechtsverletzer an und diese löschen entweder den Content und zahlen die Abmahnkosten (ab € 10,- aufwärts) oder kaufen eine Lizenz
  • Nur die sturen Urheberrechtsverletzer werden an einen Anwalt weitergereicht

andere Blogger zum Thema

"... wirst du dann singen?"

Vor zwei Wochen hab ich die Sendung zu Musicals auf ARTE gesehen. War ein schöner geschichtlicher Überblick. Und jetzt läuft auf ARTE grad „Alle sagen: I love your“. In dem Film gibt's eine schöne Szene wo ein soziopathischer Exknacki Drew Barrymore auf dem Balkon angeht und frägt: „Wenn ich dich jetzt küsse wirst du dann singen?“ „Singen?“ „Mich verpfeifen mein ich“. Das erinnert mich daran dass Musicals auch immer hart an den Übergängen zum Gesang arbeiten müssen, die Schauspieler brauchen einen Grund zu singen und in dieser Szene war's eine perfekte Vorlage. Übrigens ohne dass sie genutzt wurde, nach dem Kuss.

Studiengebühren oder gemeinnützige Arbeit

Interessant was ich da grad im Radio höre. Die Verhandlungspartner planen das man sich von den Studiengebühren befreien lassen kann wenn man im Semester 60 Stunden soziale Arbeit erbringt. Man will wohl auch gleich noch das Problem erledigen dass sich ergibt wenn mal irgendwann der Zivildienst abgeschafft wird. Meine Meinung dazu wird euch jetzt vielleicht überraschen, wo ich doch als Totalverweigerer so vehement gegen die Wehrpflicht und Zwangsdienste bin, aber diese Idee ist ausnahmsweise mal eine gute Idee. Rechnen wir mal durch, 60 Stunden pro Semester, bleiben 10 Stunden pro Monat. Der Gegenwert für die 60 Stunden ist etwa 380 Euro, also ein Stundenlohn von etwas mehr als 6,30 Euro. Es wird eine Unmenge an Studenten geben die mit ihren Jobs weniger verdienen, auch ist's nicht sicher dass man diese Jobs kriegt/behält während der Staats quasi als Dienstgeber auftritt und einem willigen Studenten auch Arbeit geben MUSS. Ich find die Idee gut, fürchte aber irgendwer wird sicher Vergleiche mit dem Reichsarbeitsdienst machen... üer die Ausweitung des Systems muss aber ein andermal geredet werden.

Ich bin keine Pensionsvorsorge Teil 2

Zum Thema Kinder als Pensionsvorsorge das ich letztens im Blog hatte Die Presse vor Weihnachten noch einen Artikel dessen Quintessenz ist dass diese Werbung stimmt weil Kinder als Pensionsvorsorge nicht ausreichend sind.

Ich mag mich täuschen, aber die Autorin sieht die Sache in einem zu kleinen Maßstab. Der Trend geht ja seit Jahren hin zum Dreiviertel-Kind (bei den sehr optimistischen 1,69 Kindern pro Frau) und nur durch Einwanderung wird sich die Bevölkerungsgröße langfristig halten. Allerdings wird der Mensch immer älter, im Alter auch immer pflegeintensiver und langfristig führt das dazu dass der Mensch im Laufe seines Lebens mehr soziale Ressourcen verbraucht als er einbringen kann. Zwangzig Jahre am Anfang benötigt er Hilfe, vierzig arbeitet er und nach hinten raus verbraucht der Mensch wieder eine Unmenge an Ressourcen und es wird sicher nicht weniger. Langfristig ist also eine stabile und vorallem altersmäßig ausgeglichene Bevölkerung notwendig um die Sozialgemeinschaft am Leben zu erhalten.

Zusätzlich darf man nicht vergessen dass es zwar eine verpflichtende, allerdings ungenügende, Pensionsvorsorge gibt, aber wenn man sich dorthin bewegt dass die private Pensionsvorsorge ein Muss wird, dann läuft wirklich viel falsch. Altersarmut ist inzwischen ein Thema und mit der Grundsicherung (die so nur ein Anfang ist und ausgeweitet werden muss) will man ja in Österreich auch schon gegensteuern.

Jetzt mal ein kleiner, anderer Ansatz: Wer will mir denn garantieren dass die von der Pensionsvorsorge versprochenen Leistungen auch erbracht werden? Auf einen Zeitraum von dreißig und mehr Jahren ergeben sich schnell einige Risiken. Der Bankrott einer Bank kann von der Regierung leicht abgewehrt werden, aber eine Wirtschaftskriese könnte eine Regierung überfordern vorallem wenn man bedenkt dass die Welt ja immer mehr von Unternehmen geführt wird und weniger von den Regierungen.

Kann sein dass ich bezüglich Risiken noch ein wenig bäuerliche Gene hab, aber es gibt nur zwei Sachen in die ich alle meine Zeit und mein Geld investieren würde, das eine ist Boden und das andere sind Kinder denn die werden ja im Schnitt über 80 Jahre alt.

Abschließend noch zur Verpflichtung, ich werd's von meinen Kindern sicher nicht verlangen wenn sie sich nicht um den alten Herrn kümmern, wird wohl an ihrer Erziehung liegen…