Werbeveranstaltungen der Bundeswehr in Arbeitsagenturen

Heut bin ich auf einen indymedia-Artikel gestoßen der von Werbeveranstaltungen der Bundeswehr in einer Arbeitsagentur berichtet. Offenbar passiert das auch andernorts wie man bei Bundeswehr wegtreten lesen kann. Ist jetzt schwer zu erklären wie mein Standpunkt zum Thema aussieht, aber ich versuch's mal. Ich selber bin ja Totalverweigerer und hab meine Wehrpflicht boykottiert, allerdings eher weil's ein Zwangdienst ist. Wenn jetzt die Bundeswehr hergeht und Werbeveranstaltungen macht, dann steht das nicht meinen Ansichten entgegen. Wenn die Arbeitsagenturen aber anfangen ihre Kundschaft zwangsweise zu solchen Infoveranstaltungen zu schicken, dann tut sie der Bundeswehr damit keinen großen Gefallen, die Rechtmäßigkeit zweifle ich auch an, dazu später mehr. Wir sind uns hoffentlich einige dass die Bundeswehr kurzfristig auf Freiwillige umstellen muss, mittelfristig wird sie in eine europäischen Armee aufgehen und langfristig (das werd ich wohl nicht mehr erleben) wird sich diese hoffentlich auflösen. Aber bleiben wir bei der Bundeswehr. Sie muss auf die Zwangsverpflichteten verzichten und benötigt Freiwillige. Diese soll sie auch umwerben dürfen wie jede andere Firma auch, denn der Soldat ist (der Idee nach, die Umsetzung passt nicht ganz) ein Staatsbürger in Uniform und kein Aussätziger in Tarnfleck. Man darf ihn also nicht verdammen weil er den Soldatenberuf gewählt hat, ihm ist entweder nichts besseres eingefallen oder es hat sich sonst keine Gelegenheit ergeben. Wenn man die Soldaten ausgrenzt hat man es schwerer sie später wieder zu assimilieren. Und ich glaube, je mehr sie in der Gesellschaft verankert sind, desto eher kann man auf sie verzichten. Zurück zum Thema: Die Arbeitsagenturen dürfen ihre Kundschaft zu Bewerbungsgesprächen für reguläre Jobs zwingen, eine gerechtfertigte Forderung an die Arbeitslosen. Der Soldatenberuf ist davon bisher ausgenommen, und sollte es bleiben aufgrund einer Besonderheit bleiben. Schließlich kann man aus Gewissensgründen nicht zum Dienst an der Waffe gewzungen werden kann. Für die Informationsveranstaltungen muss es die gleiche Gewissensfreiheit geben, ohne Kriegsdienstverweigerungsantrag um die Bürokratie zu erleichtern. Ganz allgemein glaube ich nicht das sich die Bundeswehr mit zwangsverpflichtenden Infoveranstaltungen einen Gefallen tut. Wer will schon für einen Staat kämpfen der einem keine Perspektive gibt, Arbeitslosen nur ein paar lausige Euro gibt und dann auch noch verlagt dass man sich Gedöns von irgendeinem Offizier anhört? So hat man's schwer Freiwillige zu finden, oder man muss ein paar Euro drauflegen.

Wir sind wieder wer!

taz Titelseite 26. Oktober 2006: Wir sind Wixer
Na gut, ist nich ganz ernst gemeint, aber vor Libanon ballern die Israeli fröhlich über deutschen Kriegsschiffen hinweg und in Afghanistan hatten die Gebirgsjäger (Mittenwald, eh bekannt für die Pfingsttreffen und das Kriegsverbrechen von) offenbar besondere Fotosessions. Alles Einzelfälle, natürlich, aber die taz widmet der Bundeswehr doch heute ihre Titelseite (endlich mal wieder was zum einrahmen) mit dem Ausspruch „Wir sind Papst Wixer“ und das erinnert doch gleich an den Song von Hans Söllner „Oba olle samma Wixa“. Schön auch noch die Karikatur in der taz, Soldaten führen Hamlet auf. Sehr schön auch gestern Harald Schmidt der die Titelseite der BILD vorliest: "Skandalfotos. Daisy tot". Zu Daisy fiel der Wahrheitsseite der taz nicht viel ein, nur dass sie doch nicht vom einem Straßenköter mit einem Telefonkabel erwürgt wurde...

Bundeswehr und die WM

Es ist schon interessant wenn man ein paar Meldungen miteinander verknüpft: Wie erst vor ein paar Tagen bekannt wurde hat die Bundeswehr schon Mitte Dezember ein paar Eilanträge eingebracht um das Bombodrom zu nutzen, wenig später fordert Schäuble den Einsatz von AWACS-Maschinen bei der WM und Beckstein muss heut natürlich auch mal wieder den Einsatz der Bundeswehr fordern. Warum aber hat's die Bundeswehr beim Bombodrom so einlig? Tja, die Piloten sollen wohl nochmal ordentlich zielen, so Stadiongröße in etwa....

alt: #173

Sorry guys, but I'll use German for the next three months. Maybe one of the translation-tools will do the job. Viele Grundwehrdienstleistende klagen darüber, dass sie keinen sinnvollen Dienst leisten. Die von offiziellen Stellen verkündete Leistungsbereitschaft junger Männer läuft oft ins Leere, dies wirkt sich negativ auf Motivation, Selbstzufriedenheit und Image der Soldaten aus (aus einer Pressemitteilung des DBwV) Wieder einmal wurde eines meiner "Vorurteile" bestätigt. Heute kam ein Info-Schreiben von der General-Konrad-Kaerne jene Kaserne in der ich einige Zeit vertrödeln werde. Ist ja ganz nett von denen aber ich sehe in der Wehrpflicht eine Möglichkeit zur "Wahrung der Grundrechte und Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland" - meine Rechte als freier Mensch werden mit Füßen getreten. Immerhin sehen die ein dass die Wehrpflicht einen tiefen Einschnitt in mein Leben ist.