Rivers / Kweller / Dorham

So, mal etwas über die letzten drei Platte die ich mir gekauft habe. Erstens Johnny Rivers „Totally Live at the Whiskey-A-Go-Go“. Dürfte wohl 1964 aufgenommen worden sein, man hört recht oft im Hintergrund die Leute quatschen und schreien. Rivers machte extrem gute, extrem tanzbare Musik, da sind wir – ich hab's schon Julia zum Hören gegeben – uns einig. Ich hatte ja schon seit Jahren die LP ohne dem „Totally“ auf der ein paar Tracks weniger sind, dafür mehr Knistern und das macht die Athmosphäre doch besser. Auf jeden Fall, holt euch iTunes und kauf es euch, es lohnt sich total wenn ihr nur ansatzweise auf den alten Westcoast-Sound steht. Das zweite war Ben Kweller (müsste mal übersetzt werden aus en:) mit seinem 2004er Album „My Way“. Ein wunderschönes Album for some happy hours. Als letztes, zwei Stunden wunderbaren Jazz von Kenny Dorham aus dem Jahre 1956 „'Round the Midnight at Cafe Bohemia“ aufgenommen bei Blue Notes. Es war einfach die beste Zeit des Jazz.

Christkind

Ich glaub ja nicht an den Weihnachtsmann, das Christkind ist viel cooler. Obendrein gibt's ja bei uns im Tal das Christkindlschießen, ein Haufen Böllerei in der staad'n Zeit. Was hat mir das Christkind gebracht? Eine enorm große Bettdecke, 1,55m mal 2,20m ist für einen Riesen wie mich wo immer Füße rausschauen extrem cool. Danke Mom. Schwesterchen hat ein hübsches T-Shirt und ne Packung Toffifee (schon weg) unter den Baum gelegt und mein Bruder war mal wieder extrem unkreativ, Hygieneartikel wie Duschgel (bin ein Seifen-Typ!), Rasierschaum etc und eine Packung Kondome (vier bloß!). Mein Bruder ist ja eher der Typ „Thomas was schenkst du denn der Astrid? Kann ich mitzahlen?“ (Zitat von gestern Mittag). Schwesterchen bekam natürlich das meiste, für zwei gewissermaßen weil ja im März (hab ich das nicht schon oft genug erwähnt?) ihr erstes Kind auf die Welt kommt, wird gottseidank nicht Franzi sondern Ludwig, nach unserem Großonkel, heißen. Über den Namen sind wir alle recht froh. Ich hab dieses Jahr wieder meinen Grundsatz nur noch Bücher zu verschenken durchgesetzt. Mama bekam „Ich vergass dass ich dich vergass, ich, der ich nichts vergesse“, meine Schwester den Zungenbrecher „Wenn die weißen Riesenhasen abends übern Rasen rasen“, Kindergedichte aus vier Jahrhunderten, für meine Bruder das Hörbuch „Twelve“ (man merkt, es muss etwas einfacher sein) das von der verehrten Charlotte Roche gesprochen ist und selbst ihm gefallen sollte. Ich freu mich auf's nächste Jahr wenn ich dann der Kater Herr Iwan und der kleine krabbelnde Wiggi um Geschenkpapier und Christbaumkugeln streiten werden ;-)

Die Abenteuer des braven Zivildieners G.

Im Standard (man merkt sicher schon dass ich hier im Exil unter dem Verlust der taz leide) hatte gestern einen schönen Beitrag namens Die Abenteuer des braven Zivildieners G. von Egyd Gstättner drinnen. Eine schöne Glosse über die katastrophalen Bedingungen für die Zivildiener (entspricht dem Zivildienstleistenden in D) hier in Österreich. Aber Gstättner hat offenbar noch nicht den kleinen Schritt geschafft vom Enziehen vorm Zugriff des Systems wie er es beschreibt hin zum offenen Widerstand. Felix Austria hat keine größeren Sorgen als um das Verpflegungsgeld der Zivildiener zu diskutieren anstatt den Zivildienst und gleich die ganze Wehrpflicht in Frage zu stellen. Schade. Und hier noch ein Aufruf zu einer Straftat (man darf mir auch Meuterei unterstellen): Verweigert alle Zwangsdienste!

spitting off tall buildings / 3 feet smaller

Heute netter Abend im Rockhouse, runter die Straße wenn man so will. Vor-vor-Gruppe war die recht junge Band Dump, doofer Name aber die Musik war doch ganz ordentlich, Album haben die glaub ich auch schon. Die Vor-Gruppe, meiner Meinung nach aber die beste Band des Abends und der Grund warum ich überhaupt hin bin waren Spitting off tall Buildings. Hatte schon vor ein paar Wochen was über sie in Tracks gesehen welches ja demnächst von Charlotte Roche moderiert wird, endlich mal wieder im TV, werd jetzt also wohl doch noch den Sat-Reciever von Berchtesgaden nach Salzburg schleppen müssen. Warum Spitting besser war? Ist meiner Meinung nach ein Naturgesetz, eine Sängerin die kein Instrument spielt hat auf der Bühne beide Hände frei und damit wird die Show viel besser als wenn sie nebenbei noch Gitarre spielen muss oder so. Und obendrein ist die Sängerin eine optische Augenweide, volle Lippen wildes Haar, yeah. Zugabe wollte keiner, ich war wohl der einzige der nicht wegen 3feetsmaller da war :-( Als letztes, die vom Publikum (welches eher um die 16 war, ich werd alt...) schon erwartet wurde, waren 3feetsmaller die so eine Art Musik machen die ich eher als Krach bezeichnen würde, was mich aber nicht davon abhält zum Rythmus der Drums meinen Kopf zu nicken. Den Kids hat's natürlich gefallen und es gab nen fetten Moshpit, die Band ließ sich nicht den Spass nehmen sich auch mal als Tokio Hotel (nicht zu verwechseln mit Osaka Kindergarten, Weblink hab ich verloren) zu bezeichnen. Sie haben einige Cover-Versionen gespielt, insgesamt war's sicher keine vertane Zeit. Als Bonus kam noch ein Wiener HipHopper auf die Stage, das war recht gut. Der Sänger der Band hat zum Schluss noch die Hosen runter gelassen, hätte man sich auch ersparen können.

singledasein

eigentlich kommt's nie vor dass ich was aus meinem green-book auch hier reinschreib, ich mach mal eine Ausnahme und zitiere einen Text den ich geschrieben hab nachdem ich in der letzten nacht vom Kowifest nach Hause kam (dürfte um drei gewesen sein). Ich hasse und liebe es. Du kannst dich drei- viermal am Tag verlieben, dutzendfach wenn du nur die Augen aufmachst. Du kannst alles erleben was sonst Monate dauert. Es ist nur ein Moment, eine Minute wenn du kurz stehen bleibst um den Augenblick zu genießen, in der du dich verliebst und dir einen Moment, eine Minute später das Herz wieder gebrochen wird. Wenn du Glück hast, und das Schicksal es besonders grausam mit dir meint verliebst du dich unsterblich in sie. Denkst in diesem Moment, in dieser Minute an nichts anderes als an sie, du kannst dir keine andere mehr vorstellen, siehst nur noch sie. Wie grausam ist es wenn sie dann mit ihren zarten Händen die grad noch vor dem Eingang – wo sie dir gegenüberstand und ein paar Worte mit dir wechselte – einen Becher Gratis-Glühwein hielten und sich kurz drauf auf dem Dancefloor engelhaft, wunderbar durch die musikgetränkte Luft bewegten, vielleicht sogar auf der Suche nach deinen Händen sicher aber ihren schlanken, ich wette makellosen Körper in der Luft nachzeichnen, ein Körper zu zart um ihn zu berühren, du weißt es nicht, wie grausam ist es wenn sie dann wenn sie nur eine Stunde nachdem du sie das erste Mal gesehen hast die Hände eines anderen hältst, wie grausam ist es wenn sich ihre Haar, glatt eine leichte rötliche Färbung kaum länger als deine und nicht lang genug um ihre schönen Schulter zu berühren oder gar das orangene schulterfreie Top das sie anhat, wie grausam ist es wenn sie sich mit den Haaren eines anderen im wilden Kuss vermengen. Vielleicht hast du Glück und sie denkt „verdammt ich will den anderen Typen, den vom Glühweinstand“ und du bist das nächste Mal nicht wieder so ein Zauderer. Vielleicht…