alt: #178

Draussen für einen Tag. Heute war mein zweiter Arrest üer 2 Wochen aus und ih wurde überraschender Weise nach Hause entlassen. Zum Wäsche wascehn sagen die. Um die Scheiße von vorn anzufangen sag ich. Egal, ich hab Zeit wichtige Dinge zu regeln, Pressearbeit und vorallem meine Freundin sind heute dran. Das einzig schlimme am Arrest war dass Johanna nur eine Stunde pro Woche vorbeikommen durfte, und ich sie auch nicht anrufen konnte. Aber wir haben uns Briefe geschrieben, half ein wenig.

alt: #177

Am Mittwoch (10.7) hieß es morgens Sachen packen, Zelle reinigen und in die 5. Kompanie gehen. Dort hat mir der Spies befohlen den Dienst aufzunehmen. Drei Stunden später hab ih auch den gleichen Befehl vom Kompaniechef verweigert und wurde wieder vorläufig festgenommen. Diesmal durfte ich in eine andere Zelle einziehen. Damit war`s dann einer der sinnlosen Tage überhaupt. Am Donnerstag (11.7) musste ich dann zum Vertreter dem Batallionskomandeur, dort nochmal Befehlsverweigerung und eine erneute vorläufige Festnahme. Immerhin kam die Bestätigung des Truppendienstgerichts für 14 Tage Diszipliararrest gleich am Nachmittag. 14 Tage, nur 7 weniger als befürchtet. Aber ich hab ja außer Befehlsverweigerung nichts verbrochen und deswegen verstehe ich nicht, dass man mich nicht mal telefonieren läßt. Freigang gabs auch wieder, aber diesmal mit Wachen und eine davon bewaffnet. Auch beim Mittagessen war die Wache bewaffnet. Es ist ja kaum erträglich, wenn man mich als demokratie- oder soldaten- feindlich bezeichnet, aber wie ein Schwervwrbrecher sollte man nicht behandelt werden.

alt: #176

Nach meiner Rückkehr in die Kaserne am Mittwoch wurde ich ziemlich schnell in vorläufige Arresthaft genommen (der Stellvertreter von Hartung, Haase, ist doch etwas schneller). Die Zelle ist wie erwartet nicht größer als 9m²: WC, Pritsche, Stuhl, Tisch und ein kleines Fenster knapp unter der Decke. Am 4.7. wurde ich nachmittags dem Arzt vorgeführt und nach einem halben Dutzend Fragen für arresttauglich erklärt. Danach wurde der Beschluss des Truppendienstgericht Süd vorgelesen, wonach ich für sieben Tage (bis 10.7) in den Arrest wandere. Der Vollzugshelfer HFw Niedermaier kam dann auch noch vorbei und ließ erst einmal die Pitsche, die am Vormittag hochgeklppt wurde, wieder runterklappen und erklärte mir, was mir alles zusteht. Leider ist nur ein Besuch pro Woche erlaubt. Aber immerhin eine Stunde Freigang (hatte ich bisher noch nicht) und Zeit zm Duschen werden mir gewährt. Insgesamt läuft die ganze Sache anders ab als erwartet. Da ich aber immer nett und höflich war und auch keine Parolen gerufen, Flugblätter verteilt oder andere Wehrpflichtige zur Totalverweigerung überredet habe, wird die Arrestzeit wohl etwas kürzer als erwartet.

alt: #175

Heute ist die Beeredigung meines Großonkels und weil ich in der Kaserne (noch) keinen Ärger gemacht hab, durft meine Schwester mich um 07:00 mitnehmen und muss mich erst um 19:00 (der UvD war einverstanden :-) )wieder zurückbringen. Der KpCh (Hauptmann Hartung) glaubt wohl dass mich meine Familie "zur Vernunft bringen könnte". Ich hab jetzt aber meine Mutter noch mehr von meiner Verweigerung überzeugt und somit genau das Gegenteil bewirkt =] Ich bin jetzt von 1.7 08:30 bis 3.7 07:00 im Zimmer des UvD der 5./231 festgehalten worden. Am Anfang war's noch recht lustig weil UvD/GvD mit mir reden durften. Ich bin deswegen so früh angetreten um dem Chaos am Nachmittag (als die meisten Rekruten ankamen) zu entgehen. Leider sah sich der KpCh nicht in der Lage meine Disziplinarsache vor 2.7 09:00 zu Prokoll nehmen zu lassen und mich dazu zu verhören. Entweder ist der Kerl ein Menschenfreund (Bedenkzeit ohne Ende) oder hat keine Ahnung was er da eigentlich tut. Am 1.7 durfte ich Abends nicht mehr aus dem Fenster schauen, erst gegen 23:00 wirklich schlafen (hab ich vorher schon ohne ISO-Matte oder Decke). Am nächsten Tag blieb dann das Fenster den ganzen Tag offengelassen und erst gegen 22:00 geschlossen (da durft ich dann auch schlafen). Zum Essen kam immer der UvD oder GvD mit und hat aufgepasst dass ich den Weg zur Küche auch finde, reden durfte ich nicht mit den Kamaraden nicht, hab's aber auch nicht versucht. Bisher war ich halt einfach brav weil ich zur Beerdigung musste, aber ab heut Abend bin ich eine Gefahr für die Disziplin ;-) Ihr dürft mich gerne und vorallem oft anrufen. Zumindest ich freu mich drüber. Website der Kaserne Telefonnummer: 08651 / 790 Faxnummer: 08651 / 792003 Telefon Presseoffizier: 08651 / 792025 Vom Berchtesgadener Anzeiger kam eine Rückmeldung dass ein freier Mitarbeiter sich um einen Bericht kümmern wird, mal schaun was draus wird. Johanna kommt gleich vorbei =-) -- Tom (persönlich)