Die Bundeswehr und der Respekt

Bei Farlion geht’s um die Forderung nach mehr Respekt für Bundeswehrsoldaten mit der sich Hans-Jürgen Papier, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts gegen die traditionelle Demo gegen die tradionelle Gelöbnisfeiern am unterträglichen 20. Juli wendet.

Lassen wir einmal den 20. Juli beiseite, und auch die Möglichkeit des einzelnen Soldaten eben nicht diesen Schwur zu leisten (was nur ein paar Nachteile die eine Wehrpflichtigen aber nicht jucken dürften) und auch die ganzen schönen Anekdoten aus Zeiten der Wiederbewaffnung als (bundes)deutsche Soldaten auf der Straße angespuckt wurden.

Ich geh lieber einen Schritt weiter und auf die Existenzberechtigung der Bundeswehr an sich ein. Die Bundeswehr hat nicht etwa mehr Respekt verdient sondern den Ruhestand. Stehende Heer waren zu Zeiten Napoleons eine tolle Idee aber wenn wir wollen dass in Zentraleuropa die Balkankriege und Konflikte in Nordirland die letzten waren, dann gibt es nur die Möglichkeit der dauerhaften Demilitarisierung.

In den letzten zwanzig Jahren wurden in Europa viele militärpolitische Fehler begangen. Leider hat ja die NATO im Gegensatz zum Warschauer Pakt überlebt, unverzeilich wenn man sich anschaut welchen Unsinn die NATO jetzt macht. Auch die Kontrollfunktion des Bundestags gegenüber den Waffenexporten der deutschen Industrie wird mehr als lasch durchgeführt, da würd’s nicht wundern wenn mal ein deutscher Soldat von Waffen aus deutscher Manufaktur erwischt wird.

Es gibt auf der Welt drei Länder ohne Armee, Grönland und Island sind die einen zwei wobei ihnen aber die abgelegene Lage und Protektion durch die NATO aufgrund ihrer günstigen Lage entgegenkommt. Das dritte ist seit 60 Jahren Costa Rica. Das ist zwar vorher auch noch kurz dem TIAR Pakt beigetreten und war auch schon vorher ein sehr friedliches Land, aber in den 60 Jahren wurde Costa Rica nicht von seinen Nachbarn aufgefressen.

Und dann noch die Sache mit dem Hochwasser: Ich leb in einem Hochwassergebiet und die Ursachen für Hochwassern liesen sich ganz einfach beheben wenn man einen Rückbau beginnen würde um dem Wasser wieder mehr Platz zu geben. Dafür braucht’s einfach nur eine konsequente Durchsetzung der Bauverordnungen und Raumplanung. Keine Bundeswehrsoldaten und nicht mal ein THW sind da die Lösung. Übrigens, die optimale Besetzung für den Einsatz in Somalia 1992, das wäre wohl eher das THW gewesen und nicht die Bundeswehr.

2 Responses to “Die Bundeswehr und der Respekt”

  1. # Andy Says:
    Kann mich deiner Meinung nur anschließen, denn auch ich habe verweigert!
  2. # Simon Says:
    Ich hatte das Glück ausgemustert zu werden.

Einen Kommentar hinterlassen