Sexismus und Anti-Sexismus im Audimax

Im Mädchenblog wird auf die Anti-Sexismus-Debatte eingangen die heute heftig stattfand. Ich verfolg die Besetzung des Audimax zwar von Wien aus aber nur per Internet weil ich ja kein Student mehr bin. Das ganze so richtig hochgekocht hat erst ein Beitrag von Lou Hefner, dass so ein Beitrag kommt hab ich mir schon Montag gedacht.

Ein paar Dinge die ich anmerken möchte: Den Kritikern an der AG Sexismus geht es darum dass die Studentenproteste an Fokus und Energie verlieren. Wir streiten nicht ab dass Sexismus existiert und bekämpft werden muss, aber das Thema der Proteste ist nunmal die Bildung. Die mediale Aufmerksamkeit und personelle Ressourcen im Audimax sind zu begrenzt als dass man sie aufteilen könnte. Heute Mittag hat Elena, eine Transsexuelle, von der AG Widerstand mit Verstand zum Plenum gesprochen und viel Zustimmung erhalten für die Bemerkung dass im Audimax sehr viele intelligente Menschen sitzen und auch gegen die Art und Weise ausgesprochen hat wie die AG Sexismus am Montag vorgegangen ist.

Ich kritisiere als männlicher Feminist dass Feministinnen einen Protest gegen den Bildungsnotstand (und es wäre paradiesisch wäre die fehlende Frauenquote das einzige Problem) für sich einvernehmen. Und ich kritisiere als Linker (der ich lieber elf Wochen im Bundeswehrarrest saß anstatt einer unsinnigen Wehrpflicht in einer unsinnigen Armee zu dienen) dass das Plenum die Burschenschaften ausgegrenzt hat.

Es könnte natürlich unvernünftig und gefährlich sein mit dem rechten Pack zusammenzuarbeiten, aber es würde den Erfolg erhöhen wenn man unpolitisch bliebe. Sollte man nicht manchmal auf den Gegner zugehen und testen ob er endlich aus seiner Schmuddelecke rauswill?

Die österreichische Gesellschaft hat leider das Problem dass ihre Gräben fixiert sind, etwas was die beteiligten deutschen Studenten nicht mitbringen, aber leider haben die sich nicht genug angestrengt um das Plenum politikfrei zu halten.

Unterm Strich sehe ich für die Proteste keine große Chance mehr. Keine noch so große Demo linker Studenten kann gegen eine Große Koalition im Parlament anstinken. Und dass der zuständige Minister nach Brüssel abgeschoben wird, Erfolg, ist das keiner!

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