mitternacht an der westminster bridge
Mitternacht an der Westminster Bridge, gegenüber dem flutgefüllten Fluss Big Ben mit seinem grünen Stirnband. Der Wind blöst stark. Neben mir ein Pärchen, knutschen wild als wär’s die letzte Gelegenheit. Ich bin neidisch auf die Beiden. Vermiss sowas sehr. Lehn mich an den Pfosten der Bushaltestelle, wackelt. Starker Wind vom Fluss her. Bus kommt, Linie 12. Sie lösen sich, nur ungern. Sie steigt ein, er wartet noch einen kurzen Moment aber geht Richtung Brücke bevor der Bus überhaupt losgefahren ist. Sie steht drinnen im überfüllten Bus, streicht nochmal mit der Zunge über ihre Lippen, er schon nicht mehr zu sehen. Sie packt ihren iPod aus und der Bus fährt los. Die ganze Zeit über stören irgendwelche Gören in einer weißen Stretchlimo diesen wunderbaren Moment mit ihrem Geschrei. Pöbel der es sich nicht nehmen lässt aus dem heruntergelassenen Fenster der Limo seine Geringschätzung gegenüber der Welt mitzuteilen. Mein Bus kommt, ich krame nach meinem Tagebuch und fange an zu schreiben.
Photo: Jeremy Pearson
